ecomex Editorial
KI verändert nicht die Technik. Sie verändert die Frage, wer im Unternehmen zwischen Angst und Möglichkeit vermittelt. Über einen Beruf, den es vor einem Jahr noch nicht gab.
Es beginnt nicht mit einer Technologie. Es beginnt mit einem Satz. Sechs Worte, die in deutschen Büros mehr Schaden anrichten als jede Disruption: „Haben wir immer schon so gemacht." Dieser Satz ist kein Argument. Er ist eine Weltanschauung. Und er ist der Grund, warum die größte technologische Umwälzung seit dem Internet in Deutschland auf eine Mauer aus höflicher Verweigerung trifft.
Die Zahlen sind da, und sie sind brutal: Jedes dritte Unternehmen nutzt bereits KI — doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. 81 Prozent sagen: wichtigste Zukunftstechnologie. 67 Prozent der Bevölkerung experimentieren mit ChatGPT, Copilot oder Gemini. Aber wer begleitet die Menschen dabei? Meistens: niemand.
Das ist kein Versäumnis. Das ist ein System. Ein System, das seit Jahrzehnten funktioniert: Regulieren, bevor man ausprobiert hat. Bedenken anmelden, bevor man verstanden hat. Die EU hat einen AI Act geschrieben, 144 Seiten, bevor sie ein flächendeckendes Programm hatte, das Bürger befähigt, die Technologie zu nutzen. Wir haben die Regeln geschrieben, bevor wir das Spiel gespielt haben.
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In den Unternehmen, die ich kenne — und ich kenne seit über 20 Jahren viele davon — scheitert es selten an der Technologie. Es scheitert an der Art, wie der Wandel eingeführt wird. Von oben nach unten. Per Rundmail. „Ab morgen nutzen wir KI." Ohne Erklärung. Ohne Begleitung. Ohne die Frage: Was macht das eigentlich mit euch?
Was es macht, ist: Angst. Der Abteilungsleiter, der seit 18 Jahren seinen Job so macht und plötzlich hört, dass ein Algorithmus das auch kann. Die Sachbearbeiterin, die nicht versteht, warum sie ihre Prozesse ändern soll, die doch funktionieren. Die Führungskraft, die KI als Bedrohung empfindet, weil sie ahnt: Wenn ein Tool schneller analysiert als sie — was ist dann noch ihr Wert?
53 Prozent der Unternehmen sagen: Fehlendes Know-how ist das größte Hindernis für ihren KI-Einsatz. Nicht Datenschutz. Nicht Budget. Nicht Regulierung. Know-how. Und Know-how heißt hier nicht: Welchen Knopf drücke ich. Es heißt: Wer erklärt mir, dass ich keine Angst haben muss — und wie ich dieses Ding zu meinem Verbündeten mache?
Die meisten KI-Trainings zeigen Menschen, welche Knöpfe sie drücken müssen. Das ist ungefähr so, als würde man Nichtschwimmern erklären, wie der Startblock funktioniert.Niko Martzy
Unser Hauptsitz liegt im Europahaus an der Berliner Tauentzienstraße. Aber seit über 20 Jahren bilden wir Menschen in ganz Deutschland weiter — meist live per Video, teils vor Ort in Coachings. Karrierewechsler, Gründer, Führungskräfte, alleinerziehende Mütter, die sich neu erfinden. Ich habe die Digitalisierungswelle gesehen, die E-Commerce-Welle, die Social-Media-Welle. Jedes Mal dasselbe Muster: Die Technik kommt, alle reden darüber, aber niemand nimmt die Menschen mit.
Dann habe ich etwas getan, was die meisten Unternehmer für Wahnsinn halten: Ich habe begonnen, mein eigenes Geschäftsmodell zu automatisieren. Nicht Teile davon. Das Ganze. Kursplanung, Teilnehmerbetreuung, Zertifikatserstellung — Prozesse, die ich zwanzig Jahre lang aufgebaut habe. Routinen, die sich anfühlten wie das eigene Gesicht.
Es gibt einen besonderen Schmerz darin, etwas aufzugeben, das man so lange gebaut hat. Und eine besondere Freude: Die Freude, sich selbst obsolet zu machen — und dadurch frei zu werden für das, was wirklich zählt. Nicht die Verwaltung. Sondern die Menschen. Nicht die Formulare. Sondern die Gespräche.
Sich selbst abschaffen ist kein Verlust. Es ist die höchste Form der Selbstentwicklung. Vorausgesetzt, man weiß, was danach kommt.Niko Martzy
Seit 2004 baut Martzy in Berlin Weiterbildungsprogramme, die reale Karrierelücken schließen. Über 150 Expertinnen und Experten. Standorte in Berlin, Hamburg, München. Und ein Satz, den man ihm erst nicht glaubt:
„Die echte Work-Life-Balance entsteht nicht durch Yoga in der Mittagspause, sondern wenn ich meine Arbeit durch Automatisierung in der Hälfte der Zeit erledige. Wer KI richtig beherrscht, schafft sich Freiräume — theoretisch für ein halbes Jahr Urlaub, praktisch für ein stressfreieres Leben bei höherer Produktivität."
Was danach kommt, nenne ich den KI-Coach. Kein weiterer Onlinekurs, der erklärt, welche Knöpfe man drückt. Sondern ein neues Berufsbild: Menschen, die zwischen Belegschaft und Unternehmensführung vermitteln. Die den Wandel so gestalten, dass „haben wir immer schon so gemacht" verschwindet — und Angst gleich mit. Gemeinsam mit meinem Team — über 150 Expertinnen und Experten, Dozent:innen aus KI, Strategie und Coaching — haben wir die Weiterbildung dafür gebaut.
Der KI-Coach ist der Übersetzer. Nicht IT-Berater, nicht Therapeut, nicht klassischer Trainer. Sondern jemand, der die Sprache beider Seiten spricht: die Sprache der Technik und die Sprache der Verunsicherung. Der den Abteilungsleiter abholt, der Angst hat, überflüssig zu werden. Der dem 55-Jährigen zeigt, dass er gerade die letzte große Karrierechance hat, die noch jedem offensteht. Der einer Geschäftsführerin hilft, KI nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als strategischen Hebel.
Ich habe ein Konzept dafür, und ich nenne es die „Happy Chain": Wenn KI die lästigen Routineaufgaben übernimmt, sinken Fehlerquoten. Steigt die Qualität, profitiert der Kunde. Profitiert der Kunde, profitiert der Lieferant. Und am wichtigsten — der Mitarbeiter erlebt Sinn statt Stress. Der KI-Coach ist derjenige, der diese Kette in Gang setzt. Nicht die Software. Ein Mensch.
Früher entschied das Budget über den Marktzugang. Heute entscheidet das Mindset. Ein Drei-Personen-Team mit den richtigen KI-Tools liefert Ergebnisse, für die früher ganze Abteilungen nötig waren.Niko Martzy
Die Weiterbildung zum KI-Coach dauert zehn Wochen. Acht Wochen technisches Fundament. Zwei Wochen für die Coaching-Kompetenz, die den eigentlichen Unterschied ausmacht. Unser Team aus KI-Strateginnen, Entwicklern und erfahrenen Coaches hat das Curriculum so gebaut, dass es nicht fragt: Was kann KI? Sondern: Wie bringe ich Menschen dazu, sie als Verbündeten zu sehen statt als Bedrohung?
Die Grundlage: KI im Arbeitsalltag einsetzen, systematisch prompten, Ergebnisse bewerten — nicht blind vertrauen.
Eigene Bots und Workflows bauen — mit Copilot Studio und n8n. Ohne eine Zeile Code.
Vom Use Case zur Roadmap: Wie man KI einführt, ohne dass es bei PowerPoint bleibt.
Anwendungen bauen mit KI-Unterstützung. Vibe Coding: programmieren, ohne programmieren zu können.
Gesprächsführung, Change-Management, Teammoderation. Der Unterschied zwischen jemandem, der KI kann — und jemandem, der den Wandel begleitet.
| Dauer | 10 Wochen (8 Wo. KI-Manager Advanced + 2 Wo. Coaching) |
| Format | Live-Online (Zoom) · Mo–Do 9–15 Uhr · Fr 9–13 Uhr |
| Nächster Start | 16. März 2026 |
| Zielgruppe | Fach- & Führungskräfte, Geschäftsführung, Projektmanager, Arbeitssuchende |
| Abschluss | ecomex Zertifikat + optionales Prüfungszertifikat „KI-Coach" |
| Dozent:innen | u. a. Dr. Sait Başkaya, Uwe Weinreich, Felix Radloff, Fabian Winklhofer |
| Förderung | Bis 100 % über Bildungsgutschein, QCG, DRV, Reha-Träger |
Zehn Wochen, die einen Beruf begründen. Sechs Dozent:innen aus der Praxis. Und die Fähigkeit, nicht nur KI zu bedienen — sondern Menschen auf dem Weg in die neue Arbeitswelt zu begleiten.
Bis zu 100 % förderbar · AZAV-zertifiziert · Live-Online